Du willst für deinen Medienunterricht ein Instagram-Mockup-Tool, in dem Schüler:innen ihre eigenen Posts gestalten können - ohne echtes Instagram-Konto, ohne App, einfach im Browser. Vor 3 Jahren hättest du das nicht hingekriegt. 2026 baust du es in 30-60 Minuten mit Claude oder ChatGPT. Dieser Artikel zeigt dir den kompletten Prompt, das fertige Beispiel und warum 80 % aller KI-Tool-Versuche an unvollständigen Prompts scheitern.
📷 Instagram-Post-Creator (Live-Beispiel)
So sieht das fertige Tool aus, das aus dem Prompt unten entsteht. Klick rein, gestalte einen Post, lade ihn als PNG herunter.
Beispiel öffnen1. Warum überhaupt ein eigenes Tool bauen?
Für den Medienunterricht der Klasse 7-10 brauchst du immer wieder Mockup-Tools: Instagram, TikTok, WhatsApp-Chats nachstellen, damit Schüler:innen kritisch über Social-Media-Inhalte reflektieren. Die Probleme mit fertigen Tools:
- Echte Plattformen sind ausgeschlossen: Du willst keine 14-Jährige zwingen, sich einen Insta-Account anzulegen. DSGVO und Pädagogik sprechen dagegen.
- Fertige Online-Mockup-Tools (z.B. zeoob, fakeinsta) sind oft mit Werbung verseucht, Daten gehen ins Ausland, oder sie kosten plötzlich Geld.
- PowerPoint-Vorlagen sind statisch - Schüler:innen klicken nicht, sondern füllen Textfelder aus. Wenig motivierend.
Ein eigenes Tool, das du als HTML hostest, löst alle drei Probleme: kein Account, keine Werbung, kein Daten-Transfer ins Ausland, dafür voll interaktiv mit Drag-and-Drop und PNG-Export.
2. Warum gute Prompts so komplex sind
Ein typischer Erst-Versuch: „Baue mir ein Instagram-Mockup-Tool als HTML-Datei." Die KI liefert dann etwas, das auf den ersten Blick wie Instagram aussieht - aber bei genauerem Hinschauen:
- Funktioniert nicht auf Smartphone (kein mobile-responsive)
- Bilder lassen sich nicht hochladen, nur als Platzhalter
- Kein PNG-Export
- Layout sieht aus wie Instagram von 2014
- Schüler:innen finden keinen Spaß, weil es zu statisch ist
Die Lösung: du musst der KI ALLES aufschreiben, was du dir wünschst. Was sich für dich offensichtlich anfühlt („natürlich soll man Bilder hochladen können"), muss explizit in den Prompt. Sonst wird's geraten und meist falsch geraten.
Je länger und detaillierter dein Prompt, desto weniger Iterations-Runden brauchst du. Ein 500-Wörter-Prompt mit allen Details liefert beim ersten Versuch oft 80-90 % Treffer. Ein 50-Wörter-Prompt liefert 30 % - und du brauchst 8-10 Iterations-Runden, um dorthin zu kommen wo du eh hin willst.
Mehr zum Thema Prompt-Engineering im Artikel ChatGPT für Lehrer Praxis-Leitfaden.
3. Der komplette Prompt zum Kopieren
Hier ist der vollständige Prompt, mit dem das Beispiel oben entstanden ist. Kopier ihn, füge ihn in Claude (Opus 4.8 oder Sonnet 4.6) ein, schick ab. Die KI generiert daraufhin den kompletten HTML-Code.
4. Typische Iterations-Runden
Selbst mit einem 700-Wörter-Prompt ist die erste Version selten perfekt. Hier die Folge-Prompts, die ich beim Bauen des Beispiels gebraucht habe:
Die erste Version sah am Desktop perfekt aus, aber auf dem Handy war das Steuer-Panel oben statt unten und das Phone-Mockup wurde zu klein.
Wenn ein 2x2-Raster aktiv war, ließen sich die einzelnen Bilder nicht mehr individuell skalieren - der Code hatte das Skalieren generell deaktiviert.
Der Export-PNG war pixelig - 320x320 statt der gewünschten 1920x1920.
Auf dem iPad funktionierten Drag-and-Drop und Zoom-per-Mausrad nicht.
Auf älteren Schul-PCs lief die Vorschau ruckelig bei 5+ Bildern.
Gesamt-Zeit für diese 5 Iterations-Runden: ca. 20 Minuten. Plus initiale Prompt-Erstellung 10 Min, plus lokales Testen 10 Min = ca. 40-50 Minuten von Idee zu funktionierendem Tool.
5. Welche KI eignet sich am besten?
| Modell | Erst-Versuch-Qualität | Iterations-Anzahl | Kosten |
|---|---|---|---|
| Claude Sonnet 4.6 | Sehr gut | 3-5 Runden | 20 USD/Mo Pro |
| Claude Opus 4.8 | Exzellent | 2-3 Runden | 20 USD/Mo Pro (höheres Limit) |
| ChatGPT GPT-4o | Gut | 5-7 Runden | 20 USD/Mo Plus |
| Gemini 2.5 Pro | Mittelmäßig bei komplexem JS | 7-10 Runden | Kostenlos |
Für ein Tool dieser Komplexität (Canvas-Bild-Manipulation, Drag-and-Drop, PNG-Export) empfehle ich klar Claude. Mehr Detail-Vergleich findest du im Artikel ChatGPT vs Claude vs Gemini für HTML-Unterricht.
6. Wie PrepClass den Workflow vereinfacht
Der Prompt oben funktioniert direkt mit Claude/ChatGPT - du brauchst nicht zwingend PrepClass. Aber PrepClass nimmt dir die Schritte ab, die zwischen „funktionierende HTML-Datei" und „läuft bei meiner Klasse im Browser" liegen:
- Hosting ohne Server-Wissen: Du musst dich nicht um Netlify, Vercel oder eine eigene Domain kümmern. HTML-Datei hochladen, Kurz-URL bekommen, fertig.
- QR-Code automatisch generiert: Für jede Stunde gibt's einen druckbaren QR-Code - die Klasse scannt mit ihrem Handy, die Stunde läuft direkt im Browser.
- DSGVO-Hosting in Nürnberg: Cloudflare R2, EU-Region. Du musst nichts vertraglich regeln mit US-Anbietern.
- Versionierung: Wenn du den Prompt anpasst und eine neue Version hochlädst, bleibt die alte URL gleich - kein Neu-Verteilen an die Klasse.
- PDF-zu-HTML eingebaut: Wenn du bestehende PDF-Arbeitsblätter umwandeln willst, geht das direkt im Tool (mehr im Artikel PDF zu interaktiver HTML-Übung).
Kurz: ohne PrepClass musst du nach dem Prompt selbst hosten - mit eigenem Webspace, GitHub-Pages oder einem Cloud-Dienst. Mit PrepClass ist das eine 30-Sekunden-Sache: Datei rein, Link raus.
7. Hosting + Teilen mit der Klasse
- HTML-Datei lokal speichern (z.B.
instagram-mockup.html) - PrepClass öffnen → Tab „Online stellen" oder „Material" → „HTML hochladen"
- Titel eingeben („Instagram-Post-Creator Klasse 8b")
- Klasse zuordnen (optional, hilft bei Übersicht)
- Speichern: Kurz-URL + QR-Code erscheinen sofort
- Im Klassenraum: QR-Code via Beamer projizieren, Klasse scannt, Stunde startet
Free-Tarif: 1 aktive HTML-Stunde gleichzeitig - reicht zum Ausprobieren. Pro-Tarif: 20 aktive Stunden, sinnvoll wenn du regelmäßig wechselnde HTML-Tools für verschiedene Klassen brauchst.
8. Was du daraus für andere Tools lernst
Das Schema vom Instagram-Mockup funktioniert für viele andere Schul-Tools nahezu identisch:
- TikTok-Mockup: gleicher Phone-Frame, andere UI-Elemente, Video-Feld statt Bild
- WhatsApp-Chat-Mockup: zwei Chat-Bubbles abwechselnd, Zeitstempel, Profilbild
- Twitter/X-Post-Mockup: einfacher Tweet mit Profilbild, Retweets-Counter
- YouTube-Video-Mockup: Video-Thumbnail + Titel + Views + Like/Dislike
- E-Mail-Mockup: für Phishing-Erkennungs-Übungen
Die Struktur bleibt: 2-Spalten-Layout, links Live-Vorschau, rechts Steuer-Panel, unten Export-Button. Du brauchst nur den Phone-Frame und die UI-Elemente anpassen.
Für jedes dieser Tools kannst du den Prompt oben als Vorlage nehmen - ersetze einfach „Instagram" durch das gewünschte Format und passe die UI-Elemente in den Sektionen an. Die Mechanik (Live-Update, Bild-Upload, Export) bleibt gleich.
9. Fazit
Ein eigenes Lehrer-Tool mit KI zu bauen ist 2026 keine Programmier-Übung mehr, sondern eine Schreib-Übung. Wer einen detaillierten Prompt formuliert, bekommt in 30-60 Minuten ein professionell aussehendes, voll funktionsfähiges Tool - ohne eine einzige Zeile selbst zu programmieren.
Die einzige echte Hürde ist das Hosting nach der Erstellung. Wer das selbst lösen will (Netlify-Account, Domain einrichten), kann das machen - es kostet aber 1-2 Stunden Setup-Zeit pro Tool. Mit PrepClass ist das eine 30-Sekunden-Sache: HTML rein, Link raus.
Mein Tipp: Bau dir die ersten 2-3 Tools komplett durch (Prompt + Iterations-Runden + Hosting). Nach dem dritten Mal hast du Routine und das vierte Tool dauert dann nur noch 15 Minuten von Idee zu produktiv.
Eigenes HTML-Tool hosten und teilen
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